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Michaels Geschichte mit der Challenge Roth

By 13. August 2026No Comments

Wie alles Begann – 2022

2022 stellt sich Michael das erste Mal der Challenge Roth – die bekannteste Langdistanz-Veranstaltung im Triathlon. Vor ihm lagen 3,8 km Schwimmen im Main-Donau-Kanal, 180 km Radfahren mit rund 1.500 Höhenmetern und anschließend ein Marathon, der unter anderem über den Erlberg bei Büchenbach führt.

Was Michael nach diesem Wettkampf bis heute besonders in Erinnerungen geblieben ist, sind die unbeschreiblichen Emotionen entlang der Strecke. Am legendären Solarer Berg wurden die Teilnehmenden auf ihren Rädern von Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern lautstark angefeuert – eine Atmosphäre, die unglaublich beflügelte.

Kein Wunder also, dass die Startplätze für die Challenge Roth heiß begehrt sind. Die regulär verfügbaren Tickets sind meist innerhalb weniger Sekunden vergriffen.

Vielleicht war es Intuition, vielleicht eine glückliche Fügung: Als Michael 2025 während einer Dienstreise nach München zufällig am Ticketverkauf vorbeikam, stellte er sich kurzerhand in die scheinbar endlose Schlange motivierter Athleten. Sie alle wollten eines der noch 1.000 verfügbaren Tickets ergattern. Michael hatte Glück: Mit Ticket Nummer 987 sicherte er sich einen Startplatz für die Challenge Roth 2026.

Vorbereitungen

Von da an hieß es: trainieren, wann immer es sich mit dem privaten und beruflichen Alltag vereinbaren ließ. Regelmäßige Schwimmeinheiten über zwei bis drei Kilometer im LIMBOmar, Läufe über 20 bis 30 Kilometer und drei- bis vierstündige Radeinheiten standen auf dem Trainingsplan.

Der erste Formcheck folgte am 22. Februar 2026 bei einem Wettkampf über die Mitteldistanz in Colombo auf Sri Lanka. Das Schwimmen musste allerdings kurzfristig abgesagt werden, nachdem sich ein Krokodil in den vorgesehenen Schwimmbereich verirrt hatte – und zwar kein kleines.

Trotz dieser ungewöhnlichen Umstände erreichte Michael mit einer Zeit von 4 Stunden und 35 Minuten den 35. Platz in der Gesamtwertung. Gleichzeitig qualifizierte er sich für die Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz am 13. September 2026 in Nizza – bereits seine zweite WM-Qualifikation nach Marbella 2025.

Beflügelt von diesem Erfolg sammelte Michael viele weitere Trainingskilometer. Gemeinsam mit Stefan nahm er unter anderem am Spreewald-Radmarathon teil und war im Trainingslager auf Mallorca. Im Mai und Juni folgten außerdem Wettkämpfe im Spreewald, an der Koberbachtalsperre und in Moritzburg.

Der Endspurt

Zwei Wochen vor der Challenge Roth wartete noch einmal ein besonders intensives Trainingswochenende. Am Samstag standen 4 Stunden Radfahren und anschließend 1 Stunde Laufen auf dem Plan. Am Sonntag folgten zunächst 1 Stunde Laufen und danach erneut 4 Stunden auf dem Rad.

Eine Woche vor dem Rennen hatte eine Hitzewelle Deutschland fest im Griff. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt – darunter auch der Ironman in Frankfurt. Für Michael begann das Bangen: Würde die Challenge Roth ebenfalls betroffen sein?

Der Längste Tag: Challenge Roth am 05. Juli 2026

Am Wettkampftag kam schließlich die Erleichterung: Die Hitzewelle war vorbei, das Event konnte planmäßig stattfinden.

Bereits der Einmarsch der rund 3.500 Teilnehmenden unter den Klängen des „Gladiator“-Soundtracks sorgte für Gänsehaut. Um 7.30 Uhr fiel dann für Michael der Startschuss.

"Ich hatte richtig Bock und war einfach happy, dass es endlich losging",

erinnert er sich.

Auch Familie, Freunde und Nachbarn waren nach Roth gekommen, um ihn entlang der Strecke anzufeuern und zu unterstützen.

Die erste Herausforderung wartete im Main-Donau-Kanal. Das Wasser hatte angenehme 25 Grad – ideale Bedingungen, um auf den Neoprenanzug zu verzichten. Auf der anschließenden Radstrecke wurde es dann stürmisch, und das lag nicht nur am Fahrtwind. Starke Böen verlangten volle Konzentration, damit Michael sicher im Sattel blieb. Beim Marathon wechselte das Wetter erneut. Leichter Regen setzte ein – für Michael nahezu perfekte Laufbedingungen.

Natürlich gab es während des langen Rennens Höhen und Tiefen. Doch genau das gehört für ihn zu einer solchen Reise dazu:

„Sonst wäre es ja langweilig.“

Nach 10 Stunden und 58 Minuten überquerte Michael schließlich die Ziellinie. Damit finishte er seine siebte Langdistanz und blieb bereits zum dritten Mal unter der Marke von elf Stunden.

Besonders stolz war er auf seine Laufleistung. Den abschließenden Marathon absolvierte er in 3 Stunden und 41 Minuten – neun Minuten schneller als jemals zuvor nach 3,8 Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren.

Wie geht´s weiter?

Zunächst stand eine wohlverdiente Auszeit mit der Familie in Spanien auf dem Programm: Beine hochlegen, entspannen und neue Energie sammeln.

Lange ruhig bleibt es bei Michael allerdings nicht. Am 30. August startet er bei der Sächsischen Meisterschaft über die Mitteldistanz in Lohsa. Nach bereits zwei dritten und zwei zweiten Plätzen hat er dort ein klares Ziel: den Sieg in seiner Altersklasse.

Am 2. September folgt mit dem Chemnitzer Firmenlauf ein etwas kleineres, aber nicht weniger schönes Event. Dort geht Michael gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen an den Start, die er mit seiner sportlichen Begeisterung anstecken konnte.

Knapp zwei Wochen wartet das nächste große Highlight. Am 13. September nimmt Michael an der Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz in Nizza teil. Dort warten 1,9 Kilometer Schwimmen im Mittelmeer, 90 Kilometer Radfahren durch die Alpes-Maritimes und ein Halbmarathon entlang der berühmten Promenade des Anglais.

Danach ist zunächst eine Pause geplant – wobei wir uns kaum vorstellen können, dass Michael lange stillhält, bevor das nächste sportliche Ziel feststeht.

Spätestens ab Dezember beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste große Herausforderung. Der Traum: eine Langdistanz in Asien – möglichst heiß, bergig und damit genau nach Michaels Geschmack. Dort möchte er zugleich den ersten Versuch starten, sich für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii zu qualifizieren.

Zum Abschluss richtet Michael seinen Dank an alle, die ihn auf seinem Weg begleiten:

„Danke an meine Familie, an meine Gesundheit und an den Willen, der es mir ermöglicht, durchzuhalten. Danke an meine Freunde, die mich unterstützen, und an alle, die an mich glauben!“

Michael Bräunlich